Aus den Häusern 25. November 2017

Vom Sinn der Sinnlosigkeit


Premiere im Rückblick: Mit „Europa! – Ein patriotischer Abend, 1917!“ bringt Carsten Knödler eine schrille Collage in den Ostflügel des Chemnitzer Schauspielhauses. Warum uns die „Verrückten“ von dereinst auch hundert Jahre später noch was zu sagen haben… --

Wenn es endlich ein Stück für die „Stadt der Moderne“ gibt, das wie die Faust aufs Auge passt, dann dieses. Mit „Europa! – Ein patriotischer Abend, 1917!“ hat Carsten Knödler, Chemnitzer Schauspieldirektor, eine szenische Collage erfunden und gestern in den ausverkauften Ostflügel des Schauspielhauses gebracht, die in schrillen Bildern akzentuiert, warum Kunst manchmal sinnfrei scheinen muss, damit auch der letzte Normalo erkennt, dass so weiterzumachen wie bisher, manchmal keinen Sinn hat.

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Rund ums Theater 21. November 2017

Trio creativo


Spielzeit im Kraftwerk (gestern, Montag): Mit Noten fabelhaft, ohne noch fröhlicher --

Das „Erzherzogtrio“ wurde im Saal einer Wiener Wirtschaft uraufgeführt. Beethoven saß am Klavier. Fast schon ganz taub. Die Fortestellen haute er rein, dass die Wände wackelten, die Piani waren kaum zu hören. So hat es der Komponist Louis Spohr erzählt. Auch Theatertausendsassa Jeffrey Goldberg kann reinhauen. Aber im Zusammenspiel mit den Freunden von der Robert-Schumann-Philharmonie, Ovidiu Simbotin und Jakub Tylman huschte er auch wunderbar lyrisch über die Tasten ganz oben. Das Publikum war ganz begeistert von den drei Musikern, Hausherrin Ute Kiehn-Dziuballa vom Publikum, das – „was für ein garstiges Wetter“ – am Montag zur traditionellen Spielzeit den Saal des Kraftwerks bis auf fast den letzten Platz gefüllt hatte.

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Aus den Häusern 16. November 2017

Auf den Leib geschneidert, in die Finger komponiert


3. Sinfoniekonzert (Mittwoch) im Rückblick: Glänzend aufgelegte Robert-Schumann-Philharmonie unter Felix Bender spielt Bartók, als ob der sein Konzert für Orchester für die Chemnitzer geschrieben hätte --

Normalerweise zieren die Programmhefte der Robert-Schumann-Philharmonie bei Sinfoniekonzerten den oder die Solisten. Diesmal prangte Felix Bender auf dem Titel. Zu Recht. Nicht weil er am selben Tag in der „Opernwelt“ für die Wahl zum Dirigenten des Jahres nominiert wurde („Wow, was für eine tolle und unglaubliche Überraschung! … Ich bin begeistert und sprachlos“, kommentierte er auf Facebook). Der 1. Kapellmeister der Robert-Schumann-Philharmonie und stellvertretende GMD brillierte an diesem Abend mit „seinem“ Orchester, an dessen Pult er von der neuen Spielzeit an nur als Gast stehen wird.

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Vom Förderverein 14. November 2017

Geigen aus Korea, Bratsche und Cello aus Sachsen

Hartmut Schill stellt die deiesjährigen Akademisten vor: 3. Dezember 2017, 10.30 Uhr, Opernhaus Foyer - Eintritt frei! --

Die beiden Geigerinnen kommen aus Südkorea, die Bratscherin aus Annaberg-Buchholz, der Cellist aus Leipzig. Am 3. Dezember 2017, 10.30 Uhr, stellen sich die neuen Akademisten der Robert-Schumann-Philharmonie in einem Matineekonzert im Foyer der Oper vor. Ihre musikalische Visitenkarte geben die Akademisten mit dem 2. und 3. Satz aus einem der schönsten Streichquartette ab, die es überhaupt gibt, dem Quartett d-Moll Der Tod und das Mädchen von Franz Schubert. Darüber hinaus sorgt Konzertmeister Hartmut Schill mit seinen charmanten Interviewfragen dafür, dass die jungen Musiker noch das eine oder andere Detail zu ihrem Werdegang erzählen.

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Aus den Häusern 12. November 2017

Spitze im Dschungel


Premiere im Rückblick: Begeisterter Beifall für Ashley Lobos Ballett „Das Dschungelbuch“ gestern, Samstag, im Chemnitzer Opernhaus --

Was für ein prächtiger Einstand für Sabrina Sadowska, seit dieser Spielzeit Ballettchefin in Chemnitz! Für die erste Premiere unter ihrer alleinigen Leitung hatte sie den Inder Ashley Lobo mit Choreografie und Inszenierung von „Das Dschungelbuch“ nach Rudyard Kipling gewonnen. Und einen Glücksgriff getan. Lobo und das Ballett Chemnitz wurden von den ganz Jungen und den Älteren bei der Premiere am Samstagabend im nicht voll besetzten Opernhaus begeistert gefeiert. Hauschoreograf Reiner Feistel, der im Publikum saß, wird neidlos anerkannt haben: Diese getanzte Geschichte des kleinen Mowgli ließ niemanden ungerührt.

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