Stellungnahme zu Überlegungen, sich zukünftig auf eine einzige Vollbühne im Opernhaus zu konzentrieren

Mit  Erstaunen und sehr großer Verwunderung haben der Vorstand des Fördervereins unserer Theater – und wir gehen mit Sicherheit davon aus, auch die Mehrzahl der Mitglieder – die Äußerung von Vertretern einer Stadtratsfraktion zur Kenntnis genommen, nach der als neue Alternative zum weiteren Umgang mit den geplanten baulichen Aktivitäten rund um das Schauspielhaus vorgeschlagen wird, zukünftig den Fokus der Bemühungen nur noch in Richtung der Etablierung einer Vollbühne im Opernhaus zu richten.

Dies wurde presseöffentlich kurz vor Ostern in mehreren Chemnitzer Medien verlautbart; und zwar als vermeintlich folgerichtige Schlussfolgerung der begrenzten Mittel aus den Zuweisungen aus dem Sondervermögen Infrastrukturfonds, der der Stadt Chemnitz zur Verfügung steht.

Als Förderverein weisen wir solcherart Überlegungen mit aller Deutlichkeit zurück. In dieser Art und Weise die anstehenden Probleme mit dem Standort unseres Schauspielhauses lösen zu wollen, würde bedeuten, sukzessive den Erhalt unseres städtischen Theaters in der jetzigen Form in Frage zu stellen. Es wäre nach unserem Dafürhalten der erste Schritt in einen massiven Eingriff in die jetzige Struktur unserer Theater. Wird solch ein Weg erst einmal beschritten, ist er unumkehrbar. Schon allein aus der Sicht, dass dann Opern-, Ballett- und Sprechtheatervorstellungen nicht mehr parallel stattfinden könnten, ist solch eine Überlegung sträflich. Gerade in einer Zeit, in der wir ein Kulturhauptstadtjahr sehr erfolgreich absolviert haben und jetzt alle Anstrengungen dahin gehen, den Legacy-Prozess nachhaltig zu gestalten, sind Diskussionen dieser Art mehr als kontraproduktiv.

Viel mehr bewegt uns aber die Tatsache, dass dieses Vorgehen bedeuten würde, zukünftig „Theater nach Kassenlage“ anbieten zu wollen. Dies ist auch hinsichtlich der allseits artikulierten Prämisse, dass Theater ein unverzichtbarer Baustein städtischen Lebens ist und unser Theater in allen seinen Sparten weit über die Grenzen der Stadt Chemnitz hinausreicht, eine Überlegung, die sofort wieder zu den Akten gelegt werden sollte. Unser Theater ist erfolgreich und wird in allen Sparten durch das Publikum angenommen. Davon zeugen auch Auszeichnungen aus jüngster Vergangenheit.

Für den Fall, dass solcherart Gedankenspiele in den nächsten Wochen und Monaten weiterer Raum eingeräumt wird, werden wir uns mit aller Deutlichkeit im Sinne vorstehender Erklärung in eine solche Diskussion einmischen.

Der Vorstand