In Dankbarkeit und mit Respekt nehmen wir Abschied von Dr. Karl Gerhard Schmidt, der am 1. April 2026 im 91. Lebensjahr verstorben ist. Mit ihm verliert der Förderverein der Theater Chemnitz einen seiner Mitbegründer und eine Persönlichkeit, die sich in außergewöhnlicher Weise um das kulturelle Leben verdient gemacht hat. Dr. Schmidt war ein leidenschaftlicher Förderer von Kunst und Kultur. Sein Wirken war getragen von der Überzeugung, dass eine lebendige Kulturlandschaft unverzichtbarer Bestandteil einer offenen und humanen Gesellschaft ist.
Unter anderem in unserem Förderverein setzte er ein Zeichen für bürgerschaftliches Engagement. Über viele Jahre hinweg prägte er die Theaterarbeit. Seinem Weitblick, seiner Beharrlichkeit und seiner persönlichen Hingabe verdanken wir auch die Möglichkeit, den Nachwuchs an unserem Theater zu stärken. Ein herausragendes Beispiel dafür ist die Rudolf-Kempe-Orchesterakademie der Robert Schumann Philharmonie: Seit der Saison 2004/2005 verfügt das Orchester über dieses besondere Förderprogramm für angehende Orchestermusiker, das auf Dr. Schmidts Initiative – gemeinsam mit Orchester- und Kammermusiker Hartmut Schill – als damaliger Vorsitzender des Theaterfördervereins zurückgeht. Die Akademie ermöglichte bislang fast 70 Nachwuchsmusikerinnen und -musikern aus den Niederlanden, Polen, Südkorea, Österreich und Deutschland den Einstieg in den Theater- und Konzertalltag und gilt heute als bedeutender Baustein der musikalischen Nachwuchsförderung.
Seine tiefe Verbundenheit mit dem Theater war jedoch nicht nur organisatorischer oder fördernder Natur – sie war zutiefst persönlich. Die Wurzeln seiner lebenslangen Leidenschaft für die Bühne reichen weit zurück. So ist über den Kulturmenschen zu lesen: „…Zwar hatte Dr. Schmidt bereits als Schüler selbst Theater gespielt, doch sein eigentliches Erweckungserlebnis erlebte er im Jahr 1951. „Da hat mich mein Vater als Sechzehnjährigen in die Proben der Bayreuther Festspiele mitgenommen. Die kamen gerade erst wieder in Gang und hatten noch längst nicht die Bedeutung wie später.“ Diese frühe Begegnung mit der Welt des Musiktheaters prägte ihn tief. Was er damals selbst augenzwinkernd als „Droge“ bezeichnete, ließ ihn nie wieder los: „Diese Sucht ist nicht weniger geworden, ist im Gegenteil mein Leben lang geblieben und unheilbar…“ Das betonte Dr. Karl Gerhard Schmidt im Interview mit dem Journalisten Herbert Heinzelmann im magazin66.de.
Wir vom Förderverein des Theaters Chemnitz erlebten Dr. Schmidt als Brückenbauer zwischen Wirtschaft und Kultur, der Menschen zusammenführte und andere für seine Ideen begeisterte. Sein Wirken für unseren Förderkreis war geprägt von Bescheidenheit, Verlässlichkeit und einer tiefen Verbundenheit mit der Stadt Chemnitz und ihrer Kulturszene.
Mit seinem Tod verlieren wir einen großen Förderer, einen klugen Ratgeber und einen warmherzigen Menschen. Sein Vermächtnis lebt in unserer Institution fort, die er mit aufgebaut und unterstützt hat, und in den vielen Menschen, die durch ihn inspiriert wurden.
Der Vorstand