tfc_root

Verrückte Hunde

6. Sinfoniekonzert (Donnerstag) im Rückblick: Aller guten Dinge sind 3 – Fast hätte es nicht geklappt. Aber Kolsimcha überwindet alle Hindernisse – Stadthalle wieder viermal rappelvoll –

„Ihr seid verrückte Hunde“, habe einer der CD-Käufer in der Pause zu ihm gesagt, erzählte Kolsimcha-Bandleader Olivier Truan zu Beginn des zweiten Teils des Konzerts. „Ja!!!“ schalte es vom Rang. Und das Publikum in der wieder voll besetzten Stadthalle tobte vor begeisternder Zustimmung. Truan selbst gingen zwar die Namen der (verrückten) Hunderassen aus, mit denen er seine Kollegen bei der Vorstellung charakterisieren wollte. Macht nichts. Hauptsächlich die Töne und Ideen gehen dem schweizer Tiefstapler („ich bin der Klavierspieler“) nicht aus.

weiterlesen →

Vogtland. Leninorden. Franzosennamen

Spielzeit im Kraftwerk: Schon wieder eine Überraschung–

Der Vater stammte aus Untersachsenberg im Vogtland. Er selbst wurde auf der Krim geboren und bekam später den Leninorden. Und wurde einer der großen Komponisten der Stalinzeit. Aus Herrn Glier wurde der Prokofjew-Lehrer Glière. Französisch klingt halt globaler. Sagt, was Ihr wollt. Aber die Spielzeit im Kraftwerk, die Jakub Tylman, Solo-Cellist der Robert-Schumann-Philharmonie, einst aus der Taufe hob, ist mittlerweile nicht nur Kult, sondern immer auch für Überraschungen gut. Heute Abend, im gut besetzten Chemnitzer Kraftwerk, war es wieder mal so weit.

weiterlesen →

Das Leben. Ein Spiel?

Premiere im Rückblick: Viel Beifall für Kathrin Brunes Sicht auf Max Frischs „Biografie : Ein Spiel“ gestern Abend im Chemnitzer Schauspielhaus —

Interessanter Gedanke: Du kannst Dein Leben (griech. „bios“) neu schreiben (griech: „grafein“). Ändert sich Deine Biografie, wenn Du in die Zufälle des Lebens eingreifen kannst? Wird aus dem „Stairway to hell“ (Disconummer im Stück) ein „Stairway to heaven“? Bei Frisch, dem Schweizer Schach- und Sprachspieler, nicht. Sein Kürmann (althochdeutsch: küren= wählen) zieht eigentlich immer die gleichen Züge, statt mal was ganz anderes zu machen oder sein zu wollen. Mal Skat statt Schach spielen oder so. Das andere „Leben – (bleibt) ein Traum“ (Titel eines einflussreichen Stücks von Calderón de la Barca aus dem 17. Jahrhundert). Am Ende hat Kathrin Brune, die Regisseurin, sogar Mitleid mit dem Lebensspieler. Und aus dem Spiel wird Ernst.

weiterlesen →

Liebeswunderland kaputt. Schnee an der Schelde

Premiere im Rückblick: Die Last des Grals – In der verkorksten Menschenwelt ist kein Platz für Liebe – Viel Beifall für den Chemnitzer „Lohengrin“ —

Der Schwan tut seine Schuldigkeit zu früh. Das Wunder bleibt aus. Lohengrins für das Menschenkind Elsa  entflammtes Liebesfeuer erlischt im Schnee. Zu kaputt ist alles in dieser dunklen Menschenwelt, die selbst den Heilsbringer vom reinen, strahlenden Gral „mit gesenktem Haupte traurig“ (Wagner) zurücknachen lässt. Der andorranische Regisseur Joan Anton Rechi verlegt denn auch den Schauplatz von der lieblichen „Aue am Ufer der Schelde“ auf ein marodes, „wnderlnd“-flackerndes Freizeitpark-Eisengewirr, in dem die Achterbahn auf den leeren Gerüsten nicht mehr, dafür das Leben selbst mit den Reinen Achterbahn fährt. Nicht allen Wagnerianern gefällt das. Es gab ein paar Buhs für den Regisseur bei der Premiere, gestern, Samstagabend, im ausverkauften Chemnitzer Opernhaus. Aber sie wurden schnell aufgesogen und übertönt von einem langen, herzlichen Beifall vor allem für die Sänger, den Chor und die Robert-Schumann-Philharmonie unter ihrem GMD Guillermo García Calvo.

weiterlesen →

Einer geht noch

Spielzeit im Kraftwerk: Benefiz und Donnerstag – umjubeltes Schubert-Oktett —

Immer dieser Titan im Rücken. Für den jungen Franz Schubert war Beethoven wie ein strenger Übervater, dem man nichts recht machen und schon gar nicht das Wasser reichen kann. Dieser Beethoven hatte auch ein Septett geschrieben. 1800. Da war Schubert gerade mal drei. Als 27-Jähriger endlich wischte er alle Bedenken auf die Seite und die Hemmungen weg. Einer geht noch, dachte er wohl. Und fügte dem Septett aus Streichern und Bläsern noch eine Stimme hinzu: die zweite Geige. Schuberts Oktett ist bis heute eine der beliebtesten Kammermusik-Kompositionen. Auch am Donnerstag klatschten sich die Zuhörer der Spielzeit im rammelvollen Chemnitzer Kraftwerk nach dem Ohrenkitzel die Finger wund.

weiterlesen →

Gaudeamus igitur

5. Sinfoniekonzert der Robert-Schumann-Philharmonie (Donnerstag) im Rückblick – Freude über den Seelen-Geiger Valeriy Sokolov —

Am Ende von Johannes Brahms‘ „Akademischer Festouvertüre“ schmettert das Blech eine Melodie, die auf der ganzen Welt fast jeder (Ex-)Student mitsummen kann. Auch im 5. Sinfoniekonzert der Robert-Schumann-Philharmonie in der gut besetzten Chemnitzer Stadthalle bewegten sich leise zu der Melodie aus der späten Mozartzeit die Lippen vieler mit dem Text, der aus dem Mittelalter stammen soll: „Gaudeamus igitur, juvenes dum sumus…“ Geraffter Inhalt der lateinischen Studentenweisheit: „Lasst uns jetzt Freude haben. Unter die Erde kommen wir früh genug.“ Na denn, „igitur“, tun wir’s doch.

weiterlesen →

Mit Schwung ins Neue

Termine, die Sie sich merken sollten Der Theaterförderverein hat für Sie auch 2020 einige Empfehlungen. Die ersten finden Sie oben unter „Termine“. Einfach draufklicken. Und bitte: bringen Sie zu den Proben Ihren Fördervereinsausweis mit.Guten Start ins neue Jahr! weiterlesen →

Künftig seine zweite musikalische Heimat

Der Chemnitzer Generalmusikdirektor Guillermo García Calvo wird neuer Musikdirektor am Teatro de la Zarzuela —

Erst kürzlich hat er seinen Vertrag mit dem Theater Chemnitz und der Robert-Schumann-Philharmonie bis Sommer 2023 vorzeitig verlängert. Jetzt kommt auf den GMD der Theater Chemnitz, Guillermo García Calvo, noch eine neue, zusätzliche, ehrenvolle Aufgabe zu: Der Chemnitzer Spanier wurde vom Teatro de la Zarzuela in Madrid zum neuen Musikdirektor ernannt. Als Nachfolger des derzeitigen Musikdirektors Óliver Díaz wird Guillermo García Calvo diese Position im Januar 2020 antreten und damit über seine erfolgreiche Tätigkeit als Generalmusikdirektor in Chemnitz hinaus seine künstlerische Arbeit um ein verantwortungsvolles Amt erweitern, wie das Theater mitgeteilt hat.

weiterlesen →

Sie macht es schon wieder

4. Sinfoniekonzert (Mittwoch) im Rückblick: Heidrun Sandmann überrascht erneut mit einem weithin unbekannten Konzert —

Heidrun Sandmann, Konzertmeisterin der Robert-Schumann-Philharmonie, kümmert sich nicht um den Mainstream. Beethoven, Brahms, Mendelssohn, Tschaikowsky sollen andere spielen. Sie kümmert sich um Korngold, Pfitzner, Strauss, Dohnány oder wie letztes Jahr um die „Red violin“ von Coregliano. Jetzt hat sie ihr Publikum schon wieder überrascht. Im 4. Sinfoniekonzert der Robert-Schumann-Philharmonie spielte sie das vielen unbekannte Violinkonzert von William Walton. Und das Publikum in der vorweihnachtlich schmaler besetzten Stadthalle lag ihr zu Füßen.

weiterlesen →