Aus den Häusern 23. Oktober 2016

„Der ganze Schmutz zugleich und Glanz meiner Seele“


Premiere im Rückblick: Kleists „Penthesilea“ am Samstag im Chemnitzer Schauspielhaus – „blutumrauscht“.-

Der Beifall prasselte nicht sofort los, als das Licht ausging. Die Zuschauer bei der Premiere von Kleists „Penthesilea“ am Samstag im voll besetzten Chemnitzer Schauspielhaus waren zu sehr getroffen von dem, was sie grade auf der Bühne miterlebt und miterlitten hatten. Dann aber dankten sie den Schauspielern lang, laut und beeindruckt. Ihnen und dem Team um Regisseurin Johanna Schall war ein großer Wurf gelungen.

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Aus den Häusern 21. Oktober 2016

Sachsen spielen Franzosen im Deutschlandradio

2. Sinfoniekonzert der Robert-Schumann-Philharmonie (Donnerstag) im Rückblick: Mächtig glänzend und virtuos scherzend -

Das Holz herrschte beim 2. Sinfoniekonzert der Robert-Schumann-Philharmonie in der Chemnitzer Stadthalle – ein Stab und eine Klarinette. Aber nicht deshalb hat DeutschlandradioKultur das Konzert live am Donnerstag ins Programm genommen. „Wir haben in den letzten Jahren viele Projekte aus Chemnitz übertragen, weil sie außergewöhnlich in Programm und Umsetzung waren“, heißt es aus dem Sender. Dessen Redakteure hatten wieder mal den richtigen Riecher…

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Aus den Häusern 16. Oktober 2016

Rübe ab zum Happy-End


Premiere im Rückblick: Parkett bejubelt gestern im Stehen Pimpernel und seine Kumpane vom „scharlachroten Siegel“ –

Pimpernel. Was für ein Name! Die Gedanken wandern eher zu Trumpschen Unterbauchregionen als zum Prinzen von Wales. Dirigent Brenner trägt Scarlet-Schuhe, purpurrote. Mäthger macht sich zum Ozelot. Sylvia Schramm-Heilfort ist Madame Tussaud. Der Vorhang hebt sich zu Engelchenbildchen aus dem Poesie-Album. So ein Mix geht eigentlich gar nicht. Aber er bringt das Parkett zum Jubeln. Im Stehen, spontan, von den ersten Beifalls-Sekunden an. Gestern geschehen, in der Chemnitzer Oper, bei der Premiere des Musicals „Das scharlachrote Siegel“ („The Scarlet Pimpernel“).

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Aus den Häusern 04. Oktober 2016

Götterfunken


Beethovens Neunte zum Tag der deutschen Einheit in der Chemnitzer Oper mit Sängern aus Düsseldorf.-

Für Dresden und die Pegida-Pfeifen hat der zweite Mann im Staat, Bundestagspräsident Norbert Lammert, den richtigen Schopenhauer gefunden: "Ein eigentümlicher Fehler der Deutschen ist, dass sie, was vor ihren Füßen liegt, in den Wolken suchen." Damit sprach er auch dem Chemnitzer Generalintendanten Christoph Dittrich aus dem Herzen, der zum Festkonzert in der Chemnitzer Oper die Gäste begrüßte. In Chemnitz gab‘s keine dumpfbackigen Proteste. Aus den Wolken kam nur Regen. Vom Podium aber sprang von weit über den Wolken her der Götterfunke über: aus Schillers Ode „An die Freude“ in der 9. Sinfonie von Beethoven. Warum erst in den Wolken suchen, das Gute von ganz oben liegt so nah. Götterfunke. Direkt aus dem Elysium.

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Aus den Häusern 30. September 2016

Bin ich, und, wenn ja, wer?


Premiere im Rückblick: Glänzend aufgelegte Schauspielstudenten in der Farce „Perplex“. -

Was für Otto und Anna Mensch wie Du und Ich gilt, gilt auch für Theatermacher. Wir spielen alle eine Rolle. Und lassen uns gern durch das Umunsherum definieren. Meint Marius von Mayenburg in seiner Farce „Perplex“, die am Donnerstag im Ostflügel des Chemnitzer Schauspielhauses Premiere hatte. So durfte die Regisseurin Kathrin Brune bei der Premiere am Donnerstag herzlich motivierend kichern und lachen, wenn ihren Schützlingen ein Gag besonders gelungen war. Sie kam aus dem Lachen kaum heraus. Dramaturgin Friederike Spindler dagegen füllte das Programmheft mit hochklugen Anmerkungen – Darwin, Nietzsche sagen darin Guten Tag, Nicolaus Cusanus und Platon treten auf, und selbst Cicero darf nicht fehlen.

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