Aus den Häusern 19. März 2017

…oder kann das weg?


Premiere im Rückblick: Bejubelte Premiere von Yasmina Rezas „Kunst“ am Samstag im Chemnitzer Schauspielhaus. Und was das Unwort des Jahres 2016 und Donald Trump damit zu tun haben. -

Wie der Zufall so spielt. Geplant hat das keiner. In den Kunstsammlungen läuft gerade noch die Ausstellung „Russische Avantgarde“, in der der russische Kunstrevoluzzer Kasimir Malewitsch eine Hauptrolle spielt. Just jetzt bringt das Chemnitzer Schauspiel Yasmina Rezas Stück „Kunst“ auf die Bühne. Das weiße Bild eines fiktiven Malewitsch-Nachfolgers zeigt, wie sehr man/frau geneigt sind, sich was weiszumachen. In Chemnitz wird aus dem im Original 1,20 x 1,60 großen Leinwandstein des Anstoßes eine Bühnenfuge ganz in Weiß mit großartigen Akteuren, die den Figuren, die sich einbleichen lassen, Farbe geben. Bunt, grell, komisch. Schließlich prasselt heißer Beifall auf Philipp von Schön-Angerer, Marko Bullack und Christian Ruth nieder. Rezas „Kunst“, seit Mitte der Neunziger in der ganzen Welt gespielt, wurde auch in Chemnitz bei der Premiere am Samstag im fast vollbesetzten Schauspielhaus ein Riesenerfolg für das Team auf und hinter der Bühne.

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Aus den Häusern 10. März 2017

Heißer Odem – ein Geiger, zwei Chöre


7. Sinfoniekonzert (Donnerstag) im Rückblick: Wie Laien einen Schönberg packen. Und wie eine Stradivari selbst einem Schostakowitsch Schönklang abtrotzt.-

Die Melodie geht nicht aus dem Kopf: „Alles was Odem hat, lobe den Herrn!“, summt so manche(r) geduldig wartend vor der überfüllten Garderobe nach dem 7. Sinfoniekonzert der Robert-Schumann-Philharmonie in der wiederum gut besuchten Stadthalle (die Philharmonie hat mit ihren Konzerten in dieser Spielzeit einen guten Lauf…). Mendelssohn-Bartholdys „Lobgesang“, musikalischer Favorit für Orchesterdirektor Raimund Kunze und den kommissarischen GMD Felix Bender, ist eine großartige Chorsinfonie, obwohl nie so genannt. Ein prachtvolles Glaubensgemälde – eine herrliche Stunde Musik für Gläubige und Atheisten. Zum Erlebnis machte den Abend aber etwas Anderes.

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Aus den Häusern 05. März 2017

Kickboxen im Elfenwald


Premiere im Rückblick: Reiner Feistel träumt mit dem Chemnitzer Ballett einen opulenten Sommernachtstraum.-

Was für eine Wohltat! Endlich mal wieder Musik aus dem Orchestergraben und nicht die ohrzersägenden Klänge und Geräusche aus den Boxen wie zuletzt so oft bei Ballett-Produktionen. Der „Sommernachtstraum“ ist Reiner Feistels letztes Ballett als Chefchoreograf und künstlerischer Leiter der Chemnitzer Company. Da durfte es schon noch mal richtig „schön“ werden:

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Aus den Häusern 10. Februar 2017

„Unglaublich“

6. Sinfoniekonzert der Robert-Schumann-Philharmonie (Donnerstag): Kolsimcha bringt die Stadthalle zum Kochen.-

Olivier Truan, Komponist, Pianist, Filmer, Ansager und Clown der Truppe führt das Wort „unglaublich“ ständig im Mund. Und wenn er „unglaublich“ sagt, meint er „unglaublich gut“. Der Tastenvirtuose (mit blauen Turnschuhen und in Lederjacke) spielt auch virtuos auf der Tastatur der Komplimente. Und, unglaublich, er hat meistens Recht. Das muss selbst Felix Bender (als einziger im Frack, der Herr im Ring) zugestehen. Aber eine Erklärung für das Phänomen „Kolsimcha in Chemnitz“ hat er wohl auch nicht wirklich. Zweimal sorgt die jüdische Klezmer-Band „Kolsimcha“ aus der Schweiz für eine ausverkaufte Stadthalle in Sachsen (wie schon 2014), fast 4.000 Menschen kommen bei echt be-scheidenem Schmuddelwetter zu einem Sinfoniekonzert der Robert-Schumann-Philharmonie! Stehen auf, erklatschen rhythmisch eine Zugabe nach der anderen. Sind happy und aus dem Häuschen. Ein Phänomen. Nicht unglaublich, aber kaum erklärbar.

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Aus den Häusern 05. Februar 2017

Nazideppen

Premiere im Rückblick: „Noch ist Polen nicht verloren“ – die Komödie zum Thema „wenn beim Hamleten das Hitlern im Hals stecken bleibt“ am Chemnitzer Schauspielhaus.-

Nazis sind Deppen. Das ist die politische Quintessenz des Stückes von Jürgen Hofmann, das er nach dem Drehbuch von Melchior Lengyel für Lubitschs Film „To be or not to be“ (1942) für die Bühne bearbeitet hat. Der Rest ist – nö, nicht „Schweigen“ („Hamlet“, V,2), sondern eine flixflugse Komödie zum Brüllen. Zumindest in der Version von Herbert Olschok, die am Samstag im fast voll besetzten Chemnitzer Schauspielhaus umjubelte Premiere feierte.

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