Aus den Häusern 21. Mai 2017

Nach dem Speed Dating in die Sauna

Premiere im Rückblick: Helen Malkowsky wagt in Chemnitz ein ‚modernes‘ Tänzchen mit Mozarts „Figaro“ – Bender und die Robert-Schumann-Philharmonie spielen ganz großartig einfach nur Mozart.--

Von Beaumarchais stammt der Plot für Mozarts/Da Pontes „Le nozze di Figaro“. Beaumarchais war ein Revoluzzer. Mozart hatte einst dem Dienstherrn, dem Salzburger Erzbischof, den Bettel vor die Füße geschmissen und war gen Wien entschwunden. Mozart las Zeitung. War bestens informiert, was vier Jahre vor dem Bastille-Sturm in der Welt vor sich ging. Auch Mozart war ein Revoluzzer.  Helen Malkowsky, die Regisseurin des neuen Chemnitzer „Figaro“, erfindet zur Ouvertüren-Bespielung zwar ein Speed Dating, lässt mit Handys spielen und Selfies klicken, ist aber keine Revoluzzerin. Sie lieferte einen gefälligen „Figaro“ ab, etwas für die ganzen Vorabend-TV-Serien gewöhnte Familie. Das ist ok. Was die Besucher bei der Premiere gestern Abend im vollbesetzten Chemnitzer Opernhaus (klar, Mozart-Premiere, auch in Chemnitz ein Muss) begeisterte, war die musikalische Leistung von der Bühne und aus dem Graben. Die musikalische Regie von Felix Bender nahm die Akteure ganz eng an die Hand zu dieser zeitlos schönen Musik. Das ist nicht revolutionär. Aber es ist Mozart. Und gut.

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Aus den Häusern 08. Mai 2017

Faust hoch drei


Premierenerfolg für Carsten Knödler und sein Team

41 Jahre war der erste Teil von Goethes „Faust“ in Chemnitz nicht mehr gespielt worden. Jetzt wagte sich der Schauspieldirektor an das Meisterwerk. Carsten Knödler, sein Team, die SchauspielerInnen und die TänzerInnen des Balletts wurden bei der Premiere am Samstag gefeiert – für eine ganz eigene Sicht auf dieses Juwel der Weltliteratur. Der in sich gespaltene Faust trat (konsequent) trialogisierend in den Diskurs mit seinen beiden Alter Egos (lat. „anderen Ichs“).

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Aus den Häusern 30. April 2017

Wie kaputt ist unsere Welt?


Premiere im Rückblick: Azan Garos Preisträgerstück „InnerOuterCity“ uraufgeführt – Irritierender Blick auf eine verunsicherte Gesellschaft.-

Die Welt ist kompliziert. Azan Garo (29), der Berliner mit brasilianischen Wurzeln, auch. Sein Stück „InnerOuterCity“ erst recht. Trotzdem hat es die Jury des Chemnitzer Theaterpreises für junge Dramatik zum Siegerstück 2017 gekürt. Und die Verwirrung der Zuschauer im ausverkauften Ostflügel des Schauspielhauses entlud sich bei der Premiere am Freitag in explosivem Beifall.

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Aus den Häusern 07. April 2017

Mächtig gewaltig


8. Sinfoniekonzert (Donnerstag) im Rückblick: Brahms, Strauss und Blumen für Morgner. -

Zwei mächtig gewaltige Noten-Brocken hat sich die Robert-Schumann-Philharmonie für das 8. Sinfoniekonzert auf die Pulte gelegt: „Ein Heldenleben“ von Richard Strauss und das sinfonische 2. Klavierkonzert von Johannes Brahms. Heldinnen des Abends waren zwei Frauen: Martina Filjak und Heidrun Sandmann. Der Held am Pult, Roman Brogli-Sacher, gab sich sehr jovial. Und der andere, Michael Morgner, wollte nie ein Held sein. Genauso wenig wie der Komponist übrigens.

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Aus den Häusern 26. März 2017

Von Schnucki und Haien auf dem Kreuzzug


Premiere im Rückblick: Händels „Rinaldo“ am Samstag in Chemnitz – Frenetischer Beifall für Kobie van Rensburgs „Baroque & Roll“.-

Die Oper ist buchstäblich aus dem Häuschen. Nicht nur auf der Bühne, die nur noch halb richtige und karge  Bretterwelt ist.  Diese Aufführung vergisst keiner. Der Applaus am Schluss will nicht aufhören. Kobie van Rensburg, der südafrikanische Regisseur, hat auf seinen spektakulären „Cenerentola“-Erfolg von 2014 noch einen draufgesetzt. Sein Chemnitzer „Rinaldo“, dessen Premiere am Samstag über die Bühne pixelte, ist wahrscheinlich der hippste Händel, den es je gab. Der ließ zwar bei der Uraufführung 1711 ein Heer von Spatzen munter auf die Häupter des p.p.-Publikums kacken. Aber dass Argante einmal auf einem Teppich durchs Opernhaus fliegen oder ein Hai mit Monsterfisch-Kollegen den im Boot übers Bühnenmeer flüchtenden Helden den Atem rauben würde, hätte er sich wohl nicht träumen lassen.

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