Aus den Häusern 24. September 2017

Wieviel Schiller muss in Schiller sein?

Premiere im Rückblick: Nina Mattenklotz versucht eine postdramatische Performance über Freiheit und Willen anhand von Schillers „Räubern“ –

Am Weihnachtstag 1989 gab Leonard Bernstein ein in die ganze Welt übertragenes Konzert im Ostberliner Schauspielhaus (heute Konzerthaus) am Berliner Gendarmenmarkt. Beethoven, die Neunte. Für den Schluss hatte Bernstein Schiller umgedichtet. Er ersetzte nur ein Wort. „Freude“. Und die vereinten Chöre aus München, Ostberlin und Dresden sangen „Freiheit, schöner Gotterfunken…“ Die Welt hielt den Atem an. Auch Nina Mattenklotz hat für ihre Chemnitzer Inszenierung der „Räuber“ Schiller umgeschrieben. Auch hier geht es um „das große Wort“ (Programmheft) Freiheit. Hier ist sie kein Götterfunke, sondern Teufelszeug. Das Publikum bei der Premiere gestern Abend im Chemnitzer Schauspielhaus reagierte gespalten. Enthusiastischer Beifall auf der einen, durchkreuzt von deutlichen Buhs auf er anderen Seite. Nach der Pause blieben einige Pltze frei. Ein denkwürdiger Abend.

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Aus den Häusern 21. September 2017

Flötenzauber

1. Sinfoniekonzert (Mittwoch) im Rückblick: Die Französin Magali Mosnier begeistert ihr Publikum --

Guillermo García Calvo, der neue Chemnitzer Generalmusikdirektor, steigt erst im zweiten Sinfoniekonzert der Robert-Schumann-Philharmonie am 25./26. Oktober ein. Wie es ihm gebührt, mit einem opulenten Programm (Schumann, Lalo, Strauss). So war das Eröffnungskonzert der neuen Spielzeit am Mittwoch in der sehr gut besetzten Stadthalle in Chemnitz gewissermaßen „nur“ der Auftakt – ohne Protz und Prunk, dafür bezaubernd. Im Mittelpunkt standen nicht Pauken und Trompeten, sondern die schlichte Flöte.

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Aus den Häusern 17. September 2017

Witzig, spritzig, platsch: So könnt Ihr gern weiterstolpern


Premiere im Rückblick: Gelungener Spielzeitauftakt an der Chemnitzer Oper mit der Musical-Komödie „Hochzeit mit Hindernissen“. --

Ein junger Mann im Publikum wird gequält, aber amüsiert gegrinst haben, als die da droben auf der Bühne den Schlussong anstimmten, der davon handelt, wie sie und wir durchs Leben holpern, poltern und stolpern. Ihn hatte es schon vorher erwischt, auf der Treppe zum Opernhaus: Eine Sekunde nicht aufgepasst, und schon lag er pardauz auf der Schnauz‘. Hemd und Knie abgewischt. Einmal durchgeschüttelt. Nix passiert. Außer: Premiere mit Hindernissen vor der „Hochzeit mit Hindernissen“ im Chemnitzer Opernhaus. Aber, wie wir am Samstagabend gelernt haben, im Musical wird alles gut. Wurde es. Begeisterter Beifall für eine witzige, spritzige, amüsante Musical-Komödie zum Spielzeitauftakt.

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Aus den Häusern 24. Juni 2017

„Wäre det nich wundascheen?“ War’s.


Premiere im Rückblick: Mit „My fair Lady“ gleich zum Auftakt des Chemnitzer Musicalsommers ein Volltreffer. --

Ja, das war’s: ein wunderschöner Abend. Die Mitwirkenden auf der Bühne, Solisten wir Chor, Ballett und Statisten,  top und voller Spielfreude, ein tolles, variables Bühnenbild, das Oper und die St. Petrikirche mit einschloss, eine fröhlich musikantische Robert-Schumann-Philharmonie unter der Leitung des flott aufgelegten Jakob Brenner, die aus dem Graben im Opernhaus perfekt übertragen wurde, bis ins Kleinste durchdacht der Aufwand vor, neben und hinter der Bühne – besser konnte der Start in ein neues Highlight des Sommers in Chemnitz kaum sein.

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Aus den Häusern 16. Juni 2017

Finale grandioso


10. Sinfoniekonzert der Robert-Schumann-Philharmonie (Donnerstag) im Rückblick: Orchesterglanz und ein Maestro mit Gipsfuß. --

Das ließ sich Felix Bender nicht nehmen. Auf eine „Figaro“-Aufführung hatte er noch verzichten müssen. Aber so ein blöder Gipsfuß würde ihm nicht die Freude verderben, sein letztes Konzert als (kommissarischer) Chef der Robert-Schumann-Philharmonie auf Hochglanz zu polieren. Mit zwei Stöcken kam er am Donnerstag auf die Stadthallenbühne gehumpelt. Kaum hatte er den anderen, den Taktstock in der Hand, war die ganze Misere vergessen. Bisweilen hielt ihn nichts mehr auf dem Stuhl, Gipsfuß gib Ruhe!, und nicht nur deswegen riss er die Zuhörer von den Sitzen. Beifall im Stehen für ein Finale grandioso, nicht nur für ein Sinfoniekonzert, sondern für eine ganze Spielzeit, die der junge Maestro geprägt hat.

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