Aus den Häusern 08. Mai 2017

Faust hoch drei


Premierenerfolg für Carsten Knödler und sein Team

41 Jahre war der erste Teil von Goethes „Faust“ in Chemnitz nicht mehr gespielt worden. Jetzt wagte sich der Schauspieldirektor an das Meisterwerk. Carsten Knödler, sein Team, die SchauspielerInnen und die TänzerInnen des Balletts wurden bei der Premiere am Samstag gefeiert – für eine ganz eigene Sicht auf dieses Juwel der Weltliteratur. Der in sich gespaltene Faust trat (konsequent) trialogisierend in den Diskurs mit seinen beiden Alter Egos (lat. „anderen Ichs“).

weiterlesen »
Aus den Häusern 30. April 2017

Wie kaputt ist unsere Welt?


Premiere im Rückblick: Azan Garos Preisträgerstück „InnerOuterCity“ uraufgeführt – Irritierender Blick auf eine verunsicherte Gesellschaft.-

Die Welt ist kompliziert. Azan Garo (29), der Berliner mit brasilianischen Wurzeln, auch. Sein Stück „InnerOuterCity“ erst recht. Trotzdem hat es die Jury des Chemnitzer Theaterpreises für junge Dramatik zum Siegerstück 2017 gekürt. Und die Verwirrung der Zuschauer im ausverkauften Ostflügel des Schauspielhauses entlud sich bei der Premiere am Freitag in explosivem Beifall.

weiterlesen »
Aus den Häusern 07. April 2017

Mächtig gewaltig


8. Sinfoniekonzert (Donnerstag) im Rückblick: Brahms, Strauss und Blumen für Morgner. -

Zwei mächtig gewaltige Noten-Brocken hat sich die Robert-Schumann-Philharmonie für das 8. Sinfoniekonzert auf die Pulte gelegt: „Ein Heldenleben“ von Richard Strauss und das sinfonische 2. Klavierkonzert von Johannes Brahms. Heldinnen des Abends waren zwei Frauen: Martina Filjak und Heidrun Sandmann. Der Held am Pult, Roman Brogli-Sacher, gab sich sehr jovial. Und der andere, Michael Morgner, wollte nie ein Held sein. Genauso wenig wie der Komponist übrigens.

weiterlesen »
Aus den Häusern 26. März 2017

Von Schnucki und Haien auf dem Kreuzzug


Premiere im Rückblick: Händels „Rinaldo“ am Samstag in Chemnitz – Frenetischer Beifall für Kobie van Rensburgs „Baroque & Roll“.-

Die Oper ist buchstäblich aus dem Häuschen. Nicht nur auf der Bühne, die nur noch halb richtige und karge  Bretterwelt ist.  Diese Aufführung vergisst keiner. Der Applaus am Schluss will nicht aufhören. Kobie van Rensburg, der südafrikanische Regisseur, hat auf seinen spektakulären „Cenerentola“-Erfolg von 2014 noch einen draufgesetzt. Sein Chemnitzer „Rinaldo“, dessen Premiere am Samstag über die Bühne pixelte, ist wahrscheinlich der hippste Händel, den es je gab. Der ließ zwar bei der Uraufführung 1711 ein Heer von Spatzen munter auf die Häupter des p.p.-Publikums kacken. Aber dass Argante einmal auf einem Teppich durchs Opernhaus fliegen oder ein Hai mit Monsterfisch-Kollegen den im Boot übers Bühnenmeer flüchtenden Helden den Atem rauben würde, hätte er sich wohl nicht träumen lassen.

weiterlesen »
Aus den Häusern 19. März 2017

…oder kann das weg?


Premiere im Rückblick: Bejubelte Premiere von Yasmina Rezas „Kunst“ am Samstag im Chemnitzer Schauspielhaus. Und was das Unwort des Jahres 2016 und Donald Trump damit zu tun haben. -

Wie der Zufall so spielt. Geplant hat das keiner. In den Kunstsammlungen läuft gerade noch die Ausstellung „Russische Avantgarde“, in der der russische Kunstrevoluzzer Kasimir Malewitsch eine Hauptrolle spielt. Just jetzt bringt das Chemnitzer Schauspiel Yasmina Rezas Stück „Kunst“ auf die Bühne. Das weiße Bild eines fiktiven Malewitsch-Nachfolgers zeigt, wie sehr man/frau geneigt sind, sich was weiszumachen. In Chemnitz wird aus dem im Original 1,20 x 1,60 großen Leinwandstein des Anstoßes eine Bühnenfuge ganz in Weiß mit großartigen Akteuren, die den Figuren, die sich einbleichen lassen, Farbe geben. Bunt, grell, komisch. Schließlich prasselt heißer Beifall auf Philipp von Schön-Angerer, Marko Bullack und Christian Ruth nieder. Rezas „Kunst“, seit Mitte der Neunziger in der ganzen Welt gespielt, wurde auch in Chemnitz bei der Premiere am Samstag im fast vollbesetzten Schauspielhaus ein Riesenerfolg für das Team auf und hinter der Bühne.

weiterlesen »

Förderverein der Städtischen Theater Chemnitz e.V. | Käthe-Kollwitz-Straße 7 | 09111 Chemnitz | Telefon: 0371 / 69 69 601 | info@theaterfoerderverein-chemnitz.de