Aus den Häusern 08. Dezember 2017

So lieben wir die Russen


4. Sinfoniekonzert (Donnerstag) im Rückblick: Die Stadthalle steht kopf – Drei russische Komponisten und ein in Moskau geborener Solist stürmisch gefeiert --

Spektakulär, aber kein Spektakel: das vierte Sinfoniekonzert der Robert-Schumann-Philharmonie hat die Besucher in der gut besetzten Stadthalle begeistert. Auf den Pulten lagen russische Kompositionen. Boris Giltburg, der Solist ist in Moskau geboren und in Israel aufgewachsen. Die Chemnitzer Musiker spielten unter dem spanischen Chef Guillermo García Calvo, als hätten sie selbst eine russische Seele. Und in den Ohren der Zuhörer  - wer früher in der DDR gelebt hat, war klar im Vorteil – wubbelten bekannte Ohrwürmer mehr oder minder bekannte Melodien. Und wer im Westen groß wurde, fragte sich, wer hat den von wem welche Filmmusik geklaut oder abgekupfert? Der hörte Chaplin und Musical-Swing. Und Klezmer. Alles nicht so wichtig: die Krone des Abends gebührt Boris Giltburg.

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Aus den Häusern 03. Dezember 2017

So schön, dass die Augen schwitzen


Premiere im Rückblick: Guillermo García Calvo dirigiert zum ersten Mal als Generalmusikdirektor im Graben – Wiedersehen mit Arila Siegert – Umjubelter „Maskenball“ gestern in Chemnitz --

Nachmittags auf der Pressekonferenz zum „Ring“ 2018 hatte er noch von diesem „großartigen“ Orchester geschwärmt, es als eines der „besten Wagner-Orchester“ hoch gelobt. Jetzt zeigte García Calvo bei seinem ersten Auftritt als GMD im Orchestergraben, dass die Robert-Schumann-Philharmonie auch Verdi und Italienità kann. Arila Siegert, die in Chemnitz vor Helmich bestechende Arbeiten abgeliefert hat (Freischütz, Eugen Onegin), inszenierte den „Maskenball“ als spannende Geschichte, perfekt bis ins letzte Detail, verliebt in alle (Gefühls-)kontraste, die Verdi zum aufwühlenden Libretto von Antonio Somma komponiert hat. Ein sprechendes Bühnenbild, ein auch Choreografisch geforderter Chor und beeindruckend gute Sänger – kein Wunder, dass das Publikum am Samstagabend im voll besetzten Opernhaus die Aufführung minutenlang bejubelte.

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Aus den Häusern 25. November 2017

Auf Dorincourt feiern sie schon. Jetzt kann Weihnachten kommen

Premiere im Rückblick: Silke Johanna Fischer bringt mit dem Chemnitzer Ensemble einen rührenden „kleinen Lord“ auf die Schauspielbühne – Selbst gestandene Premierenabonnenten wischen sich die Augen –

Alles richtig gemacht. Das Chemnitzer Schauspiel kann wieder damit rechnen, dass die mehr als 20 folgenden Aufführungen des neuen Weihnachtsmärchens vor einem vollen Haus über die Bühne gehen. Schon nach den Proben hat sich offenbar rumgesprochen, dass der Chemnitzer „Kleine Lord“ mindestens ebenso zu schwitzenden Augen führt, wie der Kultfilm mit Ricky Schroder und Sir Alec Guinness von 1980, der zu TV-Weihnachten gehört wie Dinner for one an Silvester.  Einige Vorstellungen sind schon ausverkauft. Die Premiere heute Abend wird einen zusätzlichen Schub geben. Das Publikum war begeistert. Und nicht nur das kleine.

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Aus den Häusern 25. November 2017

Vom Sinn der Sinnlosigkeit


Premiere im Rückblick: Mit „Europa! – Ein patriotischer Abend, 1917!“ bringt Carsten Knödler eine schrille Collage in den Ostflügel des Chemnitzer Schauspielhauses. Warum uns die „Verrückten“ von dereinst auch hundert Jahre später noch was zu sagen haben… --

Wenn es endlich ein Stück für die „Stadt der Moderne“ gibt, das wie die Faust aufs Auge passt, dann dieses. Mit „Europa! – Ein patriotischer Abend, 1917!“ hat Carsten Knödler, Chemnitzer Schauspieldirektor, eine szenische Collage erfunden und gestern in den ausverkauften Ostflügel des Schauspielhauses gebracht, die in schrillen Bildern akzentuiert, warum Kunst manchmal sinnfrei scheinen muss, damit auch der letzte Normalo erkennt, dass so weiterzumachen wie bisher, manchmal keinen Sinn hat.

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Aus den Häusern 16. November 2017

Auf den Leib geschneidert, in die Finger komponiert


3. Sinfoniekonzert (Mittwoch) im Rückblick: Glänzend aufgelegte Robert-Schumann-Philharmonie unter Felix Bender spielt Bartók, als ob der sein Konzert für Orchester für die Chemnitzer geschrieben hätte --

Normalerweise zieren die Programmhefte der Robert-Schumann-Philharmonie bei Sinfoniekonzerten den oder die Solisten. Diesmal prangte Felix Bender auf dem Titel. Zu Recht. Nicht weil er am selben Tag in der „Opernwelt“ für die Wahl zum Dirigenten des Jahres nominiert wurde („Wow, was für eine tolle und unglaubliche Überraschung! … Ich bin begeistert und sprachlos“, kommentierte er auf Facebook). Der 1. Kapellmeister der Robert-Schumann-Philharmonie und stellvertretende GMD brillierte an diesem Abend mit „seinem“ Orchester, an dessen Pult er von der neuen Spielzeit an nur als Gast stehen wird.

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