Aus den Häusern 09. Februar 2018

Standing ovations für die Robert-Schumann-Philharmonie

6. Sinfoniekonzert (Donnerstag) im Rückblick: Ein Abend rund um Ravel – Warum García Calvo mit dem Komponisten Ärger bekäme -

Guillermo García Calvo, seit dieser Spielzeit Generalmusikdirektor in Chemnitz, weiß, wie man das Publikum packt. Hatte er schon mit dem „Amerikaner in Paris“ und dem „Bolero“ nach der Pause zwei todsichere Beifallsfabriken dirigiert, riss er mit der Zugabe, einem Stück aus seinem Heimatland Spanien, die vielen Menschen (deutlich mehr als sonst) in der Stadthalle geradezu von den Sitzen. Bescheiden nahm Calvo die Beifallsstürme entgegen, drehte sich zum Konzertmeister, drückte ihn herzlich. Der überraschte Hartmut Schill wusste gar nicht, wohin mit der Geige. Aber der Maestro wusste genau, warum er dem (Konzert-)Meister stellvertretend für dessen Kollegen so herzlich dankte.  Die Robert-Schumann-Philharmonie hatte nach dem einhelligen Lob bei der (auch überregionalen) Kritik für das „Rheingold“ schon wieder, und auf einem ganz anderen Feld, eine große Ernte eingefahren. Dieses Orchester ist auf der Konzertbühne genauso gut wie im Orchestergraben. García Calvo hat sein Dream-Team gefunden. Mit der Robert-Schumann-Philharmonie kann er Triumphe feiern.

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Aus den Häusern 04. Februar 2018

Mutig

Neckschnacksch, die Rheintöchter v.l.: Sophia Maeno (Floßhilde), Guibee Yang (Woglinde), Sylvia Rena Ziegler (Wellgunde), Jukka Rasilainen (Alberich) -- Foto: Kirsten Nijhof

Premiere im Rückblick: Chemnitzer Oper startet mit einem unkonventionellen „Rheingold“ in den neuen „Ring“ zum Stadtjubiläum –

Das hat das nationale und internationale Publikum in Chemnitz nicht erwartet: Die Oper überrascht gleich mit dem „Vorabend zu dem Bühnenweihfestspiel“ und kehrt alle konservativen Wagner-Bilder in den Orkus des grellhellen Ausbeuter-Nibelheims. Die goldhaarigen Rheintöchter „Wagalaweia! Wallala, weiala weia!“ schwingen nackert an Rhein-Lianen, Gold wandelt sich in Amazon-Schrott, der Ring wandert ritscheratsche mit abgeschnittenem Finger an die Hand des neuen, vorübergehenden Besitzers. Der, im Spiegel noch Herr einer Welt, die er aus seinem Kinosessel heraus längst nicht mehr versteht, hat am Ende gerade noch die Macht, das falsche „l“ in Wallhall auszuixen, dann verschwindet er hinter der Mauer (Erinnern Sie sich an Erich H.:? „…wird in 50 und auch in 100 Jahren noch bestehen bleiben“). Sein 1989 ist nicht weit. Die Götterdämmerung scheint herauf.

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Aus den Häusern 28. Januar 2018

Himbeertoni

Premiere im Rückblick: „Der dressierte Mann“ – gelungener Komödienspaß am Samstag im Chemnitzer Schauspielhaus –

Nein, den Schluss verraten wir nicht. Dann wäre den Besuchern der kommenden Aufführungen die Spannung genommen. Das werden viele sein. Die Aufführungen sind nahezu ausverkauft. Das Publikum wird sich schlapp lachen, soviel können wir schon verraten, so wie die Besucher der Premiere am Samstagabend im vollen Chemnitzer Schauspielhaus, darunter OB Barbara Ludwig. Sofort rhythmischer Beifall am Schluss vom ganzen Haus. Gibt’s nicht jeden Tag. Genauso wenig wie Spaß auf der ganzen Linie. Das Leben ist kein Zuckerschlecken. Vor allem nicht, wenn sich die Geschlechter in die Quere kommen. Und Weiber*) zu Hyänen werden, und der Mann sich zum „Himbeertoni“ schlappt wie dereinst Götz George für den Schimanski (2001). Hat er selbst gesagt.

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Aus den Häusern 12. Januar 2018

Der junge Wilde und die Leidenschaft eines Erfahrenen


5. Sinfoniekonzert (Donnerstag) im Rückblick: Warum dieser Abend trotz der Absage von Christian Zacharias im Gedächtnis haften bleiben wird --

Ausnahmen müssen sein. Eigentlich soll sich der Kritiker damit beschäftigen, was er hört, und wie das, was geboten wird, beim Publikum ankommt. Aber dieser Abend verdient einen Blick hinter die Kulissen. Weil er zeigte, was für ein fantastisches Orchester die Robert-Schumann-Philharmonie ist. Und wie perfekt sie mit Extremsituationen fertig wird. Und wie aus der Not eine Tugend werden kann, die das Publikum in der gut besetzten Chemnitzer Stadthalle am Ende stehend mit Jubel feierte.

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Aus den Häusern 20. Dezember 2017

Ein Fest unter Freunden

Konzert gestern im Opernhaus: Seit 25 Jahren ist die Welt der Oper wieder am Theaterplatz daheim --

Auf den Tag genau nach 25 Jahren feierte die Chemnitzer Oper ihr Haus mit einem Festkonzert. Am 19. Dezember 1992 hatte sich zum ersten Mal nach einem vierjährigen Umbau wieder der Vorhang gehoben – damals für „Parsifal“, gestern für ein buntes Programm mit Opern-Highlights. Mit dabei viele, die damals schon verantwortlich dabei waren, Rolf Stiska etwa, der Generalintendant, und Michael Heinicke, dessen langjähriger Operndirektor. Sie drückten unzählige Hände: „Schön, Sie gesund wiederzusehen“.

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